Das Uebergewicht ( Adipositas
) steht nach dem Rauchen an zweiter Stelle der vermeidbaren Krankheiten.
Das Uebergewicht gilt mittlerweile als eigenständige, chronische Erkrankung,
die ärztlicher Hilfe Bedarf.
Einteilung
Mit Hilfe des BMI (Body Mass
Index) wird das Uebergewicht eingeteilt.
BMI= (Gewicht in Kilogramm)
: (Körpergrösse in Meter) ²
Gesundheitsrisiken
Zu den mit Uebergewicht / Adipositas
einhergehenden Erkrankungen und Problemen gehören
- Diabetes mellitus
- Herkreislauferkrankungen
( Hypertonie, koronare Herzkrankheit )
- Verschiedenen Krebsarten
- Gastro-intestinale Störungen
- Kurzatmigkeit
- Rücken und Gelenksbeschwerden
- Schwangerschaftskomplikationen
- Stressinkontinenz
- Invalidität
Klinische Bedeutung der Gewichtsabnahme
Selbst eine moderate aber dauerhafte
Gewichtsabnahme von 5-10% ist mit deutlichen Gesundheitsvorteilen verbunden.
Eine Gewichtsreduktion in diesem Bereich ist ein realistisches Ziel.
Die fünf Säulen der Adipositas
- Therapie
- Diät und Ernährungsumstellung
- Verhaltenstherapie
- Bewegungstherapie
- Medikamentöse Therapie
- Chirurgische Therapie
Ernährungsumstellung
Im wesentlichen ist die Adipositas
Folge eines falschen Essverhaltens. Deshalb ist die Ernährungsumstellung
Grundlage der Therapie.. Fasten und Crash-Diäten führen kaum
zur Abnahme der Fettmasse und eignen sich nicht für eine längerfristige
Gewichtsreduktion. Der gefürchtete Jo-Jo Effekt ist vorprogrammiert.
Eine kalorienreduzierte, kohlehydratreiche Mischkost ist ernährungsphysiologisch
sinnvoll. Eine ausgewogene Nahrungszusammensetzung sollte ca. 800-
1200kcal enthalten. Ideal ist die gezielte Reduktion der Nahrungsfette.
Der vorübergehende Einsatz von Formuladiäten ( z.B. Pre Con
) führen erwiesenermassen zu einem schnelleren Gewichtsverlust.
Wichtig ist auch die begleitende Ernährungsberatung, die die Umstellung
des Essverhaltens unterstützt.
Verhaltenstherapie
Essen ist ein wichtiger Bestandteil
des Lebens. Niemand kann einfach mit dem Essen aufhören. Ernährungsberatung
ist daher immer auch Verhaltenstherapie.
Im Gespräch lernt der Patient sich realistische Ziele zu setzten.
Auch moderate Gewichtsverluste sind als Erfolg anzusehen. Erfolg stabilisiert,
Misserfolg destabilisiert. Wichtig ist auch keine rigiden Verbote auszusprechen,
sondern eher flexible Kontrollmechanismen zu verwenden. ( zB statt nie
wieder Schokolade; eher statt sieben Tafeln nur vier Tafeln / Woche )
.
Bewegungstherapie
Nicht nur durch zu hohe Kalorienzufuhr
sondern auch durch ungenügende Verbrennung resultiert Uebergewicht.
Entscheidend ist dabei nicht der direkte Verbrauch an Kalorien sondern
die Umstellung des Stoffwechels,der zu einer vermehrten Fettverbrennung
führt. Die Art der sportlichen Bewegung ist weniger wichtig als
die regelmässige und langfristig durchgeführte körperliche
Aktivität ( zB ca 30 min dreimal wöchentlich. )
Pharmakotherapie
Im Moment sind zwei innovative
Substanzen auf dem Markt. Mit Xenical ® wird die Fettresorption
aus dem Magendarmtrakt vermindert. Das Medikament wirkt lokal. Xenical
® führt durch die bei zu fettreicher Nahrung auftretenden unangenehmen
Fettstühle auch zu einer Verhaltensänderung.
Im Gegensatz dazu wirkt Reduktil ® im zentralen Nervensystem also
dort wo Hunger entsteht. Es dämpft das Hungergefühl und führt
zu einem schnelleren Sättigungsgefühl. Dies führt zu
einer verminderten Nahrungsaufnahme.
Chirugische Massnahmen
Chirurgische Massnahmen sollten
ab BMI 40 in Erwägung gezogen werden. Therapie der Wahl ist das
Gastric Banding ( Magenband ). Es erlaubt nur noch kleine Mahlzeiten
zu essen und führt so zu beeindruckenden Gewichtsreduktionen.
Fettabsaugen und Fettschürzenplastiken sind keine chirurgischen
Massnahmen zur Therapie der Adipositas sondern ästhetische Eingriffe
bei Fettverteilungsstörungen.
Gewichtsreduktionssprechstunde
Jeweils Dienstag von 17.00 - 19.00
Anmeldung über E-Mail
oder Tel: 062 293 66 33