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Natürliche Fortpflanzung
Um die Sterilitätsbehandlung für Sie verständlicher zu machen, werden hier zunächst kurz die natürlichen Abläufe während der Fortpflanzung beschrieben.
1. Die wichtigsten Hormone zur Steuerung des weiblichen und männlichen Fortpflanzungszyklus
Die hormonelle Steuerung des weiblichen und männlichen Fortpflanzungssystems erfolgt durch das Zusammenspiel von Hypothalamus, Hypophyse und Geschlechtsorganen mit Hilfe der Hormone, die sie ausschütten (vgl. Abb. 1).
Der Hypothalamus schüttet gonadotropinfreisetzendes Hormon (GnRH) aus, welches die Freisetzung von follikelstimulierendem Hormon (FSH) und luteinisierendem Hormon (LH) aus der Hypophyse auslöst. FSH und LH wiederum stimulieren die Eierstöcke bzw. die Hoden zur Ausschüttung der Geschlechtshormone (Östrogene, Progesteron und Testosteron).
Sind genügend Geschlechtshormone vorhanden, reagiert der Hypothalamus mit einer Drosselung der GnRH-Freisetzung.
Die niedrigere GnRH-Ausschüttung signalisiert dann der Hypophyse, weniger FSH und LH freizusetzen, was zu einer reduzierten Geschlechtshormonfreisetzung führt und somit den Regelkreis schliesst.

2. Der Menstruationszyklus
Im Laufe des Monats spielen LH und FSH aus der Hypophyse sowie Progesteron und Östrogene aus den Eierstöcken eine Schlüsselrolle bei folgenden Vorgängen:
- Entwicklung und Wachstum des Eibläschens (Follikel) in den Eierstöcken
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Eisprung (der reife Follikel platzt auf und gibt die Eizelle in den Eileiter frei)
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Entwicklung des Gelbkörpers (Corpus luteum), der in der ersten Phase der Schwangerschaft Östrogene und Progesteron ausschüttet, die den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sicherstellen.
Der Menstruationszyklus kann in zwei Phasen aufgeteilt werden:

Follikuläre Phase:
Jeder Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung (Menstruation). Die erste Phase des Zykluses (follikuläre Phase) dauert 14 Tage. In dieser Phase bewirkt die FSH-Ausschüttung, dass in den Eierstöcken gleichzeitig mehrere Follikel heranreifen, die Östrogene ausschütten.
Unter dem Einfluss der Östrogene verflüssigt sich der Gebärmutterhalsschleim, wodurch das Vordringen der Spermien zur Gebärmutter und anschliessend zu den Eileitern, wo die Befruchtung stattfindet, erleichtert wird.
Normalerweise erreicht lediglich ein Follikel das Stadium des Eisprungs (Ovulation), die restlichen Follikel sterben ab. Etwa in der Zyklusmitte löst der gestiegene Östrogenspiegel eine plötzliche LH-Freisetzung aus und bewirkt so das Aufplatzen des reifen Follikels (Eisprung). Die Eizelle wird aus dem Eierstock entlassen und beginnt ihren Weg durch den Eileiter.
Luteale Phase:
Vom 15. bis 28. Tag bildet sich aus den Resten des Follikels der Gelbkörper, der Progesteron produziert. Die Östrogenausschüttung nimmt während der lutealen Phase ab. Diese Veränderung der Hormonausschüttung bewirkt:
- Die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf die Einnistung eines befruchteten Eies.
- Die Erhöhung der Dickflüssigkeit des Gebärmutterhalsschleims, was das Eindringen neuer Spermien in die Gebärmutter verunmöglicht.
- Einen Anstieg der Körpertemperatur.
Findet keine Befruchtung statt, bildet sich der Gelbkörper zurück, und die Gebärmutterschleimhaut wird durch die nächste Menstruation wieder ausgestossen.
3. Spermatogenese
Die Spermien werden in den Hoden gebildet. Sie benötigen etwa 72 Tage, um sich zu entwickeln und heranzureifen. Dieser Prozess, den man Spermatogenese nennt, findet in feinen, gewundenen, röhrenartigen Gebilden statt, den Samenkanälchen (vgl. Abb. unten).
Zwei verschiedene Zelltypen spielen bei der Spermatogenese eine Rolle: Die Sertolizellen helfen die unreifen Spermienzellen zu ernähren und zu schützen. Die Leydigzellen werden durch LH zur Testosteronausschüttung stimuliert. FSH regt zusammen mit Testosteron die Produktion und das Heranreifen der Spermien an.
Wenn die Spermatogenese abgeschlossen ist, wandern die Spermien durch die Samenkanälchen zum Hodennetz, welches mit den Nebenhoden verbunden ist. Von dort aus wandern sie in die Nebenhoden, wo sie 10-20 Tage bleiben, um eine ausreichende Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit zu erlangen. Schliesslich werden sie bis zur Ejakulation im Samenleiter (langer Kanal, der am Ende des Nebenhodens beginnt) gelagert.

4. Befruchtung und Einnistung des Embryos
Spermien können nach einem Geschlechtsverkehr bis zu 48 Stunden oder sogar länger im Geschlechtstrakt
der Frau überleben. Im Gebärmutterhalsschleim werden die Samenzellen von der Samenflüssigkeit getrennt; der Schleim dient dazu, normale und bewegliche Spermien auszusondern. Lediglich ein kleiner Teil der Spermien erreicht schliesslich die Eizelle. Die Befruchtung der Eizelle findet normalerweise im Eileiter statt (vgl. Abb.4). Dabei verschmilzt meistens ein im Eileiter wartendes Spermium mit einer Eizelle. Danach beginnt die Zellteilung.
5-6 Tage nach der Befruchtung nistet sich der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut ein. Die Plazenta (Mutterkuchen) beginnt mit der Ausschüttung des Humanen Choriongonadotropins (HCG), welches die Östrogen- und Progesteronproduktion des Gelbkörpers anregt. Diese Hormone sorgen dafür, dass die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut für die weitere Entwicklung des Embryos geeignet ist.
Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei gesunden, jungen Paaren liegt bei ca. 20% pro Zyklus.
Dies bedeutet, dass gesunde, junge Paare durchschnittlich ca. 5 Monate (d.h. 5 Menstruationszyklen) benötigen, bis es zu einer Schwangerschaft kommt.

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