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Diagnostische Möglichkeiten
Es ist unabdingbar, beide Partner in die Diagnostik miteinzubeziehen. Die Suche nach der Ursache der Sterilität beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zwischen dem Arzt und dem betroffenen Paar. Daran schliesst sich die eingehende Abklärung möglicher Ursachen bei beiden Partnern an. Bei der Suche nach den Ursachen der Unfruchtbarkeit ist ein schrittweises Vorgehen nötig, das sich über mehrere Monate hinziehen kann.
1. Basaltemperaturkurve
Als Basis für eine genaue Diagnosestellung ist es hilfreich, eine Temperaturkurve (Basaltemperaturkurve) über mindestens 2 Zyklen zu erstellen. Dazu wird täglich die morgendliche Temperatur (Aufwachtemperatur) in der Scheide, im Darmausgang oder unter der Zunge nach dem
Aufwachen gemessen (beginnend mit dem 1. Zyklustag, d.h. dem 1. Tag der Monatsblutung) und auf einem dafür vorgesehenen Kurvenblatt eingetragen. Die einmal gewählte Messmethode ist beizubehalten.
Die genauen Aufzeichnungen der Basaltemperaturkurve geben dem Arzt Anhaltspunkte zur Diagnose, da man von dem Verlauf der Kurve auf die Art der Störung schliessen kann.
Normalerweise bleibt die Temperatur in der ersten Zyklushälfte in etwa gleich (vgl. Abb. 5). Zur Zyklusmitte hin sinkt sie etwas ab, um gleich danach, deutlich höher als in der ersten Zyklushälfte, wieder anzusteigen. Dieser Temperatursprung (ca. 0,5°C) zeigt den Zeitpunkt des Eisprungs an. Normalerweise bleibt diese Temperaturerhöhung über mindestens 10 Tage erhalten. Mit einsetzender Monatsblutung fällt auch die Temperatur wieder ab.

2. Hormonbestimmungen
Da ca. 1/3 aller Sterilitätsfälle auf hormonelle Fehlfunktionen zurückzuführen sind, werden zur näheren Abklärung Hormonbestimmungen aus dem Blut durchgeführt.
Die wichtigsten Hormonwerte sind Östradiol, Progesteron, LH, FSH, Testosteron, Prolaktin und das schilddrüsensteuernde Hormon TSH, da auch Schilddrüsenerkrankungen die Fruchtbarkeit beeinflussen können.
Da manche Hormone zyklusabhängigen Schwankungen unterliegen, müssen die Hormonuntersuchungen zu bestimmten Zeitpunkten durchgeführt werden. Bitte halten Sie deshalb immer die vereinbarten Untersuchungstermine genau ein.
3. Kontrastmittel-Sonographie und Hysterosalpingographie
Die beiden Methoden ermöglichen die Untersuchung der Eileiter (vgl. Abb. 6). Über einen Adapter am Muttermund kann ein Kontrastmittel in die Gebärmutter und die Eileiter gespritzt werden und der Durchfluss durch die Eileiter mittels Ultraschall (Kontrastmittel-Sonographie = HyCoSy) oder mittels Röntgenaufnahme (Hysterosalpingographie) verfolgt werden.
4. Hysteroskopie
Bei der Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), die meist in Vollnarkose durchgeführt wird, kann mit Hilfe einer röhrenförmigen Lupe (Endoskop) über einen Adapter am Muttermund Veränderungen der Schleimhaut oder Verwachsungen festgestellt werden, dabei Proben entnommen oder gar Verwachsungen beseitigt werden.
5. Laparoskopie
Bei der Bauchspiegelung (Laparoskopie), die in Vollnarkose durchgeführt wird, wird ein Endoskop durch die Bauchdecke geschoben, so dass man den gesamten Bauchraum betrachten, Veränderungen der Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter erkennen oder die Eileiterdurchgängigkeit mittels einer Farblösung prüfen kann (vgl. Abb. 6). Durch die Bauchspiegelung kann man ebenso eine Endometriose feststellen.

6. Postkoitaltest
Für den Test wird einige Stunden nach dem Geschlechtsverkehr aus dem Gebärmutterhals etwas Schleim zur mikroskopischen Untersuchung entnommen.
Nebst der Beschaffenheit des Schleimes (Qualität und Menge) hat der Arzt die Möglichkeit, das Überleben der Samenzellen im Schleim zu untersuchen. Normalerweise sollten unter dem Mikroskop bewegliche Spermien erkennbar sein.
7. Spermiogramm
Die Zeugungsfähigkeit des Mannes kann durch eine mikroskopische und computerunterstützte Beurteilung der Samenflüssigkeit (Spermiogramm) festgestellt werden.
Der Mann wird gebeten, eine durch Masturbation gewonnene Samenprobe im Labor oder beim Arzt abzugeben. Dort wird unter dem Mikroskop untersucht, ob genügend Spermien mit gesunder Form und guter Beweglichkeit im Ejakulat vorhanden sind. Da die Qualität der Samenflüssigkeit sehr schwanken kann, sollten zwei Untersuchungen im Abstand von ca. 3 Monaten durchgeführt werden.
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